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Heilmittel & Medikamente

Wann Fußbäder guttun und was sie bewirken können

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Auszeit für die Füße  

Ob zur Abkühlung, bei wunden Füßen oder zur Fußpflege: Ein Fußbad wirkt wohltuend und entspannend. Kann das Hausmittel auch Erkrankungen vorbeugen oder lindern?

Fußbäder dienen der Reinigung und Hautpflege . Als Hausmittel sind sie wegen ihrer anregenden oder beruhigenden Wirkung beliebt. In der Hydrotherapie (Wassertherapie) werden sie zum Beispiel gegen Schlafstörungen  und zur Förderung der Durchblutung eingesetzt. Aber können Fußbäder auch bei Erkältungen , Fußpilz  oder zur Entgiftung des Körpers etwas ausrichten?

Warm oder kalt: Welches Fußbad hat welchen Effekt?

Warme Fußbäder wirken gefäßerweiternd und können den Blutdruck senken. Sie beruhigen und entspannen – und können möglicherweise auch den Schlaf fördern. Sicher nachgewiesen ist das jedoch nicht. Die empfohlene Temperatur ist 37 Grad Celsius, das Fußbad sollte 5 bis 20 Minuten dauern.

Kalte Fußbäder hingegen regen den Kreislauf an: Durch den Kältereiz ziehen sich die Gefäße zusammen, der Blutdruck steigt. Das Wasser sollte 8 bis 18 Grad Celsius haben. Die empfohlene Dauer ist recht kurz: Sie liegt zwischen 30 Sekunden und höchstens zwei Minuten.

Auch Kneipp-Güsse mit kaltem Wasser können unter Umständen den Schlaf fördern. Die Anwendungen mit kaltem Wasser kann die Körpertemperatur senken und dadurch beim Einschlafen helfen.

Helfen Fußbäder gegen eine Erkältung?

Die Kneipp-Therapie setzt bei Beschwerden im Hals und im Nasenrachenraum auf ansteigende Fußbäder. Bei den ersten Anzeichen wie Halskratzen, Niesen oder Frösteln angewendet, soll ein ansteigendes Fußbad laut Kneipp die Körperabwehr unterstützen. Der Hintergrund: Ansteigende Fußbäder erwärmen den gesamten Körper und fördern die Durchblutung. Ob Kneipp-Anwendungen auch die Immunabwehr in Schwung bringen, ist aus wissenschaftlicher Sicht unklar.

Ein ansteigendes Fußbad beginnt mit lauwarmem Wasser. Gut kontrollieren lässt sich das mit einem Badethermometer: Tauchen Sie beide Beine in eine Wanne mit etwa 33 Grad Celsius warmem Wasser. Durch Zulauf von heißem Wasser steigern Sie die Temperatur im Laufe von 20 Minuten auf maximal 40 Grad Celsius.

Wichtiger Hinweis Bei Venenerkrankungen, insbesondere bei Thromboseneigung  und Krampfadern , sollten Sie ansteigende Fußbäder nicht anwenden. Auch bei Herzbeschwerden, schweren arteriellen Durchblutungsstörungen und diabetischem Fuß ist diese Wasseranwendung tabu.

Wie wirkungsvoll sind Zusätze im Fußbad?

Natürliche Zusätze, die die gewünschte Wirkung des Fußbades unterstützen, stehen hoch im Kurs. So soll ein Fußbad mit Salz oder Apfelessig Bakterien abtöten und sogar bei Fußpilz und Ekzemen helfen. Natron  und Backpulver werden als Detox-Turbo gepriesen. Aber stimmt das wirklich?

Hilft ein Fußbad mit Apfelessig gegen Hornhaut und Fußpilz?

Um Hornhaut  an den Füßen leichter zu entfernen, muss sie zuerst etwa 15 Minuten einweichen. Das gelingt mit einem Fußbad am besten. Lauwarmes Wasser mit dem Zusatz Apfelessig oder Meersalz sind dafür gut geeignet, beide besitzen antibakterielle Wirkung.

Apfelessig enthält Essigsäure, diese schafft ein saures Milieu. Das kann helfen, die Vermehrung von Bakterien zu verhindern. Außerdem greift Apfelessig den Säureschutzmantel der Haut nicht an. Sein Säuregehalt (pH-Wert) entspricht ungefähr dem der menschlichen Haut.

Die Verursacher von Fußpilz sind jedoch nicht Bakterien, sondern Fadenpilze (Dermatophyten). Ein wissenschaftlicher Nachweis, dass Fußbäder mit Apfelessig gegen Fußpilz wirken, fehlt bislang. Hat der Fußpilz freie Bahn, kann er chronisch werden und sich ausbreiten. Deshalb ist es wichtig, Pilzinfektionen frühzeitig mit Pilzmitteln (Antimykotika) zu behandeln.

Salzkristalle besitzen eine leicht peelende Wirkung und befreien die Haut von abgestorbenen Hautschüppchen. Salz wirkt keimtötend und entzündungshemmend, daher behandeln Dermatologen und Dermatologinnen Hauterkrankungen wie Akne oder Neurodermitis  zum Teil mit Sole, einer wässrigen Lösung von Salzen. Es kann die Behandlung erkrankter Hautpartien unterstützen – mehr aber nicht.

Welchen Einfluss haben Natron oder Backpulver im Fußbad?

Ein Fußbad mit Natron oder Backpulver soll den Körper entgiften und Schlacken aus dem Unterhautgewebe herausschwemmen, die sich durch falsche Ernährung dort sammeln. Wissenschaftlich ist das nicht haltbar: Im Körper existieren keine Schlacken. Nicht verwertbare Stoffwechselprodukte werden über den Darm und die Nieren ausgeschieden und entgiften den Körper auf diese Weise. Ein Fußbad mit Natron hat darauf keinerlei Wirkung.

Natron gilt als Geruchsabsorber und kommt deswegen in manchen Deos zum Einsatz. Ein Fußbad mit Natron kann Fußgeruch daher unter Umständen lindern. Auch als Peeling macht lässt sich Natron nutzen: Die feinen Körnchen helfen dabei, abgestorbene Hautzellen abzuschmirgeln.

Zur Fußpflege ist das Hausmittel Natron als Zusatz geeignet. Bei Erkrankungen sollten Sie nicht darauf setzen, denn die medizinische Wirkung ist nicht nachgewiesen.

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