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Heilmittel & Medikamente

Wann eine Nasendusche sinnvoll ist

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Hausmittel bei Schnupfen  

Die Nasendusche als Hausmittel bei Erkältungskrankheiten gepriesen. Eine Nasenspülung mit Kochsalzlösung soll Symptome lindern und sogar vor Nasennebenhöhlenentzündungen schützen. Aber ist die Anwendung tatsächlich empfehlenswert?

Zum einen Nasenloch hinein, zum anderen wieder hinaus: Eine Nasendusche durchspült die Nase mit warmem Salzwasser. Wie hilfreich ist dieses Hausmittel? Wie oft darf man eine Nasendusche durchführen und wie wendet man sie richtig an?

Bei welchen Beschwerden eine Nasendusche sinnvoll ist

Bei den ersten Symptomen einer laufenden Nase sind Nasenduschen ungeeignet. Dabei spielt keine Rolle, ob die Beschwerden durch allergische Reaktionen oder eine Erkältung hervorgerufen werden. Auch nach einer Nasen-Operation kann die Nasenspülung zum Einsatz kommen – dann ist jedoch besonders wichtig, dass die Lösung steril ist. Wichtig: Die Anwendung sollte in diesem Fall nur auf ärztlichen Rat hin erfolgen.

Nasenduschen bei Schnupfen

Bei akuten Infekten sind die Schleimhäute der Nase und der Nasennebenhöhlen häufig entzündet (Sinusitis). Als Hausmittel ist die tägliche Anwendung einer Nasendusche mit Kochsalzlösung dann durchaus empfehlenswert.

Eine Nasenspülung kann bei Schnupfen kann über mehrere Tage bis zu einer Woche lang eingesetzt werden – aber nicht darüber hinaus. Die Spülung hilft, den Schleim zu verflüssigen, damit er besser abfließen kann. Gleichzeitig werden Krankheitserreger zum Teil herausgespült.

Sind die Nasennebenhöhlen stark entzündet und vereitert, ist von einer Nasenspülung dringend abzuraten. Denn bei stark geschwollenen Schleimhäuten kann die Salzlösung möglicherweise nicht mehr richtig abfließen.

Eine Übersichtsarbeit aus fünf Studien bescheinigt den Nasenspülungen einen positiven Effekt bei der Behandlung einer Sinusitis. Diese Studien sind allerdings nicht aussagekräftig genug, um daraus eine generelle Empfehlung für Atemwegserkrankungen abzuleiten.

Nasendusche bei Allergien

Allergikerinnen und Allergikern, die beispielsweise auf Pollen oder Hausstaubmilben reagieren, kann eine Nasenspülung zumindest zeitweise Linderung verschaffen. Wenn die Pollen fliegen oder die Atemwege mit Staub in Kontakt kommen, ist das Hausmittel hilfreich: Es spült die Allergene aus und das Nasensekret wird verflüssigt.

Nasenspülung zur Vorbeugung

Als reine Hygienemaßnahme ist die Nasendusche nicht geeignet. Im Gegenteil: Die Deutsche Lungenstiftung warnt davor, die Nasenspülung zur täglichen Vorbeugung vor einer Nasennebenhöhlenentzündung anzuwenden.

Wer regelmäßig Nasenspülungen durchführt, richtet mehr Schaden als Nutzen an. Immunzellen in der Nasenschleimhaut produzieren wichtige Abwehrstoffe. Die tägliche Spülung kann sie auswaschen. Das schwächt die natürliche Abwehrkraft der Nasenschleimhaut und begünstigt wiederkehrende Infektionen.

Das hat eine US-amerikanische Studie bestätigt, bei der Versuchspersonen über einen Zeitraum von zwölf Monaten tägliche Nasenduschen zum Schutz vor wiederkehrenden Entzündungen der Nasennebenhöhlen anwendeten. Tatsächlich traten genau diese Infektionen um 50 Prozent häufiger auf als in der Kontrollgruppe, die auf die Nasenspülung verzichtete.

Wenn Nasennebenhöhlenentzündungen immer wieder auftreten, suchen Sie am besten eine HNO-Praxis auf. Die Fachärztin oder der Facharzt kann die Ursache feststellen und Sie entsprechend behandeln. Möglicherweise handelt es sich um eine allergische Reaktion oder um einen chronischen Infekt.

Wie wendet man eine Nasendusche richtig an?

Beim Nasenspülen kommt es auf die richtige Technik: Neigen Sie den Kopf leicht zur Seite, setzen Sie die Nasendusche an einem Nasenloch an und öffnen Sie den Mund weit, damit sich das Gaumensegel schließt. Lassen Sie die Flüssigkeit durch das andere Nasenloch wieder herausfließen.

Achten Sie grundsätzlich auf Hygiene! Reinigen Sie das Gefäß nach Gebrauch gut und lassen Sie es zwischen den Anwendungen trocknen, damit sich darin keine Krankheitskeime sammeln.

Spüllösung selbst machen: Bereiten Sie die Salzlösung immer frisch zu und dosieren Sie das Nasenspülsalz richtig: 0,9 Gramm Kochsalz (Natriumchlorid) pro 100 Milliliter Wasser. So entsteht eine isotonische Lösung, deren Salzgehalt der Tränenflüssigkeit entspricht. Als Dosierhilfe bieten sich vorportionierte Beutel an, auch ein Dosierstrich auf der Nasendusche hilft.

Kann man bei der Nasendusche etwas falsch machen?

Wenn Sie den Mund nicht weit genug öffnen, läuft das Salzwasser den Rachen hinunter – das ist nicht schlimm, hat aber nicht den gewünschten Effekt. Achten Sie auch darauf, dass die Wassertemperatur weder zu kalt noch zu heiß ist. Lauwarmes Wasser ist ideal.

Gefährlich kann eine Nasendusche dann werden, wenn das Wasser Keime enthält. In Deutschland wird die Qualität des Leitungswassers ständig kontrolliert. Ist dies nicht gewährleistet, sollten Sie das Wasser abkochen oder auf fertige Nasenspüllösungen zurückgreifen.

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